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Enterprise

Die Handelsfirma Locumals mit Sitz in Hong Kong beauftragte Intelligent Software in England (geleitet von dem internationalen Schach-Spieler David Lavy) mit der Entwicklung eines Heimcomputers in England. Während der Entwicklung hatte er den Codenamen DPC (Damp Proof Course) um die potentiellen Mitbewerber zu verwirren. Die Maschine war auch unter den Namen Samurai, Oscar, Elan und Flan bekannt bevor der Name “Enterprise” endgültig ausgewählt wurde. In Deutschland war er auch unter dem Label "Mephisto PHC 64" bekannt.

Der Enterprise wurde bei der Presse im September 1983 angekündigt und bis zum geplanten Verkaufsstart im April 1984 wurden 80.000 Stück vorbestellt. Leider konnte das Produkt bis 1985 nicht versendet werden – zu einem Zeitpunkt an dem der Englische Heimcomputer Markt bereits vom ZX Spectrum, Commodore 64, Amstrad CPC und Acorn BBC Micro beherrscht wurde. Eine Nachfolge Maschine, der PW360 wurde 1986 entwickelt um gegen den Amstrad PCW 8256 anzutreten, aber zu diesem Zeitpunkt war die Firma schon in verschiedenen finanziellen Schwierigkeiten, und wurde geschlossen.

Für einen Rechner von 1985 ist der Enterprise sehr fortschrittlich. Er bietet z.B. eine Grafikauflösung von 640 x 256 Punkten bei 8 Bit Farbtiefe (256 Farben), was sogar den im selben Jahr erschienenen 16-Bitter Amiga 1000 alt aussehen läßt (der schafft bei dieser Auflösung nämlich maximal 16 Farben ohne HAM oder EHB). Wie beim Amiga auch läßt sich die vertikale Auflösung im Interlace-Modus auf 512 Punkte erhöhen, das ist aber alles andere als augenfreundlich und auf Dauer wenig empfehlenswert.

Die Speicherkapazität des Enterprise 64 ist für einen Rechner seiner Zeit eher durchschnittlich – 64 KByte bieten die anderen auch. Dieser Computer verfügt allerdings über 22 Adreßleitungen; dadurch ist er in der Lage, bis zu 4 MByte Speicher zu adressieren! Möglich macht dies eine spezielle Speicherverwaltungslogik, denn die verwendete Z80A-CPU hat selbst nur 16 Adreßleitungen. Unter Basic können die 4 MByte nicht vollständig ausgenutzt werden, es lassen sich aber bis zu 128 unterschiedliche Programme dort ablegen oder Pufferspeicher für Peripheriegeräte anlegen.

1986 erschien der Nachfolger des Enterprise 64, der Enterprise 128 mit 128 KByte RAM.

 

 

 

Steckbrief
HerstellerEnterprise Computers / Locumals

Modellname

Enterprise / Enterprise 128 / PHC 64

Markteinführung1985 (Entwicklung seit 1982)
Preis
Tastatur Gummitasten, stabil. Mit Funktionstasten und Joystick
CPUZILOG Z80 A (4 MHz)
Grafikchip"Nick"
Soundchip"Dave"
RAM64 KByte, 128 KByte
ROM32 KByte
VideoFarbe über Aerial und RGB
Auflösung Text

40 x 24 / 80 x 32-28 / 84 x 64

Auflösung Grafik

Acht Grafik Modi, max : 672 x 512 (2 Farbenl),
am meisten verwendet: 256 x 160 (16 Farben)

Sound3 channels +1 Noise, 8 Oktaven
ErweiterungenDisklaufwerk, Sinclair Emulator
ProgrammierungBASIC, Assembler, Forth, Lisp, Pascal